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Erstellungsdatum: 26.10.1998

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Fremdautor: Karl-Erich Weber

Bemerkungen: CP-Bericht: Systems 98

 

 

 

@-DZ10:

@-HD24:

Systems 98 ein Pfälzer in Bayern

 

@-VOR-RRubrik: MÜNCHEN:

@-VORSPANN: An Messeberichten zur Systems 98 haben Sie sich bestimmt schon sattgelesen, sind es doch meist Aneinanderreihungen von Pseudo-Highlights und Produktvorstellungen. Durch die Fachhändlerbrille, oder besser Füße, sieht der Messebesuch ganz anders aus. Aber wer fragt uns denn? ComputerPartner tat es!

@-BT: Um kurz vor Mittag auf dem Gelände "Neue Messe" einzutreffen, muß der gemeine Vorderpfälzer spätestens um fünf Uhr die Nachtruhe unterbrechen um in die ungewisse Zukunft eines Messetags zu blicken. Obwohl von einigen Kollegen als Micky-Maus-Messe bezeichnet, scheint die Systems in der Version 98 so beliebt, daß es für meine Sponsoren keine Möglichkeit einer Zimmerreservierung im Voraus gab. Zumindest komme ich hin und optimistisch wie ich bin, habe ich die Rückfahrt für den nächsten Tag reservieren lassen. Angeblich soll es Infostände geben die bei der Zimmervermittlung helfen, einen Messekatalog mit mehr Infos, wie bei der CeBit, konnte mir die zuständige IHK nicht besorgen. Jetzt habe ich zwar die Einladung für die Spider-Murphy aber kein Zimmer, aber der Reihe nach. Jedenfalls erleichtert eine doppelte Planung, ob ein oder zwei Tage, den Besuch nicht gerade. Überraschenderweise hielt das Unternehmen Zukunft Wort und ich erreichte den Münchener Hauptbahnhof kurz nach zehn. Vollgepackt mit bayrischen Sprachkenntnissen besteige ich ein Sammeltaxi Richtung "Neue Messe". 15 Mark sind für mich ok und mal sechs auch für den Fahrer ein guter Schnitt. Bayrisch wurde noch nicht gesprochen, unser Chauffeur ist Sachse. Das Zugfahren brachte auch heute informative Gespräche mit den Systemstouristen, da wurden Visitenkarten getauscht, die Trends abgeklopft, über uns Billy philosophiert sowie Produkt- und Werbestrategien ausgetauscht. Standgespräche auf diesem Niveau bleiben oft Wunschdenken. Haupteingang alles aussteigen.

Das Messegelände ist schon imposant. Springbrunnen, Grünzone, viel Glas fiel mir auf und im Innern die Schlange an der Kasse. Anstellen, Karte und jetzt soll ich einen Messekatalog kaufen. Ein wenig spät, oder? Ich ertappe mich dabei, wie ich der Hektik nachgebe und mit einem metallischen Klaps der automatischen Barriere auf den Po empfängt mich der Messebereich. Weit und breit kein Hinweisschild auf Gepäckaufbewahrung, Garderobe oder Zimmervermittlung. Wird schon werden und in der ersten Halle hängt gleich am Eingang ein Plan. Die Gepäckaufbewahrung ist außerhalb, super. Auf der Eintrittskarte lese ich dann, daß mit der Tageskarte kein Wiedereintritt möglich ist, hervorragend! In der Nähe von "Dealers only", meinem ersten Ziel, soll es auch eine Garderobe geben. Vom Mittelgang, dem Atrium, ist jede Halle ausgeschildert, außer C 3. Mit Glück und dem Plan fand ich in der Halle B 3 einen Hinweispfeil, da wäre ich also, jetzt müssen bloß noch Mantel und Koffer weg. Die Systems-Wächter kannten das Problem und so konnte ich mich, ohne großes Theater, meiner Garderobe entledigen.

@-Z:

Hardware: Die Sachen für den Weihnachtsbaum fehlen!

Für den Händlerbereich reicht eine Visitenkarte, dennoch ist jedem klar, die hier herumlaufen sind Händler, Distis, Hersteller und Presseleute. Mein erster Eindruck: schön, daß wir unter uns sind. Doch schon drei Schritte weiter, Tüten und Studenten. Gerne hätte ich noch people-watching gespielt, doch die Arbeit ruft. Wo sind sie denn, die Weihnachtsrenner? Meine Favoriten für das Jahresendgeschäft sind Notebooks, Displays und Farbdrucker, doch zuerst kommt Gateway dran, die suchen Fachhändler. Ja, Gateway, eine extra Schiene für den Fachhandel hätten sie, erklärte mir der geschulte Mitarbeiter. Vom Notebook bis zum Multiprozessorserver, alles für den Fachhandel, aber natürlich teurer als im Kuh-Direkthandel, na dann, ich dachte schon wir könnten jetzt Gateway mit annehmbarer Marge verkaufen. Mit unserer Hilfe in die Firmen will Gateway, wie Dell, Compaq, IBM und Hewlett Packard. Und dann, Vertrag kündigen, externe Supporter und Direktprojekte? Nein danke, diese "Partnerschaften" kenne ich zur Genüge. Ansonsten war "Dealers only" eher enttäuschend, die Schlagerangebote und Messeaktionen werden wohl nur gefaxt. Wenigstens Macrotron hatte ein paar aktuelle Macom-Produkte dabei. Überhaupt war die Idee Macrotron im Wild-West-Look zu präsentieren genial, bei der Personalpolitik!

Am Infostand nach der Zimmervermittlung gefragt, schickt man mich an den Haupteingang, natürlich außerhalb des Messebereichs, dann sind jetzt die Stände auf dem Weg dorthin an der Reihe. Insgesamt wirkten die Standbesatzungen nicht so abgenervt wie auf der CeBit, da in München mehr Party angesagt ist, aber auch dies hinterläßt am frühen Nachmittag schon Spuren in manchen Gehäusen.

QMS und Tektronix zeigen bereitwillig wozu Farblaser derzeit fähig sind, Canon und Epson halten mit Tinte dagegen. Hewlett-Packard demonstriert mit dem Designjet Hochglanz-Fotodruck in DIN A1.

Die TFT-Displays sind inzwischen soweit um mit 17-Zoll-Monitoren zu konkurrieren. Wo sich Qume ViewSonic und Macom, äußerlich nicht unterscheidbar, präsentieren, fällt der Unterschied zugunsten der Eleganz und des geringeren Stromverbrauchs gegen die Röhrenstrahler aus. Bei Plasmaschirmen fehlt es noch an Auflösung, Schärfe und Preiswürdigkeit, als TV-Ersatz sind sie noch zu teuer.

@-Z:

E-Commerce: Nichts wirklich neues.

Was gibt es neues im E-Commerce? Weder günstige Zugänge, noch wirklich günstigen Webspace. Neue Programme zwar mit noch mehr Features zur Webseitengestaltung, der "Shop-in-the-box" ist für kleine und mittlere Unternehmen noch immer nicht bezahlbar, und für uns weiterhin kein, dem Buchhandel vergleichbares, Kundenbestell- und Präsenzsystem. Eigene Homepage mit Warenkorb beim Distributor zum EK plus X ist eine Formel die den Fachhandel glücklich machen könnte. Wo bleiben die virtuellen Unternehmen die BWL-Gurus so gerne verbreiten?

Schnell noch bei Microsoft vorbeigeschaut aber leider gab es heute keine Torte, bei Acer den Mini-PC bewundert und en passant bei KHK (oder Sage?) die neuen Programme beäugt und wie einfallsreich, sie heißen alle 2000. Überhaupt, Euro und Millenium sind laut Softwarehersteller nun kein Thema mehr, die nächste Update-Runde ist programmiert.

Ach ja, da waren noch die Stände der Computerpresse. Während es bei der Computerwoche richtig bequeme Stühle waren, ging es bei ComputerPartner aus gleichem Hause schon härter zur Sache. Die Standbesatzung gab jedoch alles um dies wieder wettzumachen. Beim "heißen Stuhl" mit der Mutter aller Billigcomputer oder der Preisverleihung zum ComputerPartner-Award blieben nicht nur den Fachhändlern ab und zu die Stimme weg, die Stimmung jedoch nicht. Mit "Wichtig-Button" ausgerüstet begann die Systems-Party, doch wenn es am schönsten ist, sollte man gehen.

Übrigens ein Hotel wollte ich dann nicht mehr. Kurze Wege, alles erledigt.

Systems 98 ich habe fertig! (kew)

 

@-BU: Systems 98 - Mehr Gaudi als Information!