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Erstellungsdatum: 08.07.1998

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Fremdautor: Karl-Erich Weber

Bemerkungen: CP-Test: Tastatur Key Tronic Lifetime Infrarot Touchpad

 

 

 

@-DZ10:

@-HD24:

Die beste Tastatur der Welt?

 

@-VOR-RRubrik: MÜNCHEN:

@-VORSPANN: "The best keyboards in the world" prangt es außen, gut sichtbar auf der Verpackung der Key Tronic Lifetime-Tastatur. Und weil dies offensichtlich noch nicht reicht, bekommt es der Käufer auch noch garantiert. Bei einer Preisempfehlung um 400 Mark müssen die Argumente des Verkäufers schon stichhaltig sein, trotz Infrarot und Touchpad. Ob das Versprechen gehalten werden kann, hat ComputerPartner genauer untersucht.

@-BT: Stabil verpackt und mit ordentlich gestylter Verkaufsverpackung macht die Key Tronic im Verkaufsraum auf sich aufmerksam. Beim Öffnen des Kartons kommt neben der Tastatur im Windows 95-Layout ein Handbuch mit Diskette (720kb), das Infrarot-Empfängermodul mit PS/2-Anschlüssen und für die älteren Systeme den AT-Tastaturadapter und die serielle Verbindung für das integrierte Touchpad zum Vorschein. Sogar die vier hochwertigen Alkali-Batterien im Mignonformat (AM3 oder LR6) fehlen nicht, so daß sofort gestartet werden kann. Das Design der Tastatur ist leicht nach oben geneigt, die Tasten sind blendfrei und angenehm zu lesen. Die Verbindungskabel zur Infraroteinheit sind mit 180 Zentimeter lang genug um auch dem unterm Tisch versteckten Towergehäuse eine Verbindung zur Außenwelt zu verschaffen. Eingesteckt und frisch gestartet müssen lediglich unter DOS Treiber installiert werden. Moderne Betriebssysteme wie Windows 9x, Windows NT oder OS/2 erkennen eine Standardtastatur und eine Microsoft kompatible Standard-Maus. Das war es. Die Tastaturzustände (NumLock, CapsLock und ScrollLock) lassen sich ebenso am Empfangsteil ablesen wie Sendebereitschaft und Batteriezustand.. Dies wäre allerdings auch an der Tastatur zu empfehlen, denn wird die maximale Reichweite von 15 Meter tatsächlich einmal ausgenutzt, ist ein hervorragendes Sehvermögen von Nöten um die Anzeigen zu kontrollieren. Um die angestrebte Batterielebensdauer von sechs Monaten zu erreichen ist die Tastatur mit einer zweistufigen Stromsparfunktion ausgestattet die nach ein paar Sekunden in den Wartemodus schaltet, dabei allerdings Tastatur und Cursor aktiv überwacht und ohne Verzögerung auf weitere Eingaben reagiert, sowie eine Bereitschaftsfunktion die den Stromverbrauch weiter senkt und nach ca. 15 Minuten Eingabepause aktiv wird. Über einen Drei-Wege-Schalter an der Rückseite der Tastatur können der Normalbereich von 30 bis 120 cm Entferung und der energieintensivere 15 Meter Bereich eingestellt, sowie die Tastatur abgeschaltet werden. Starke Lichtquellen, insbesondere direkte Sonneneinstrahlung können die Übertragung blockieren. Ebenso sollten keine reflektierenden Gegenstände wie Schränke, Schreibtischplatten etc. dem Infrarot-Signal im Wege stehen. Ab zirka 20 Prozent Restenergie leuchtet die Batteriezustands-LED auf, Zeit genug um sich im Laufe der Woche neue Batterien zu besorgen. Ein weiteres Schmankerl ist die im Zeitalter der IR-Schnittstellen durchaus notwendige Kanalwahl. Um nicht mit einem Infrarotdrucker, einem Notebook oder einer TV-Fernbedienung ins Gehege zu kommen ist die Key Tronic-Lifetime mit sechs Kanälen ausgestattet, auf die auch während des Betriebs gewechselt werden kann. Ein bei Präsentationen in MultiMedia-Umgebung nicht zu unterschätzender Vorteil. Die Tastatur hat den von Key Tronic bekannten sanft spürbaren Druckpunkt, ist präzise und leise im Anschlag. Die von Key Tronic angegebenen 20 Millionen Tastenanschläge, die das Gerät aushalten soll waren aus Zeitgründen nicht nachvollziehbar, sind aber aufgrund der ansonsten hochwertigen Verarbeitung durchaus glaubhaft. Aufgrund des relativ hohen Gewichtes und der rutschfesten Gummifüßchen ist ein angenehmes Schreibgefühl festzustellen. Das Touchpad arbeitet mit 600dpi Auflösung was den Aktionsradius auf einem Bildschirm mit 1024x768-Darstellung auf ca. zwei Drittel der Bildschirmfläche beschränkt. Hier muß dann neu aufgesetzt werden, was der Produktbeschreibung auf Verpackung und Handbuch widerspricht. Klicken und Doppelklicken kann entweder bei guter Treffsicherheit oder geringer Bildschirmauflösung auf dem Pad oder mit der links angeordneten Taste geschehen. Rechte "Maus"-Taste ist ebenfalls vorhanden und verrichtet ihre Arbeit ebenso klaglos.

Angeblich soll das Touchpad an der Kante der elektrosensitiven Fläche eine Druckwahrnehmung haben, welche die Bewegung des Zeigers solange fortsetzt bis der Finger gelöst, bzw. die Richtung geändert wird. Mit welchem Trick dies zu erreichen sein soll, konnte allerdings weder der "Support" noch die Homepage von Key Tronic auflösen. Auch die Suche nach erweiterten Treibern blieb erfolglos. Die auf der Diskette vorhandene Windows-Help-Datei weigerte sich vehement ihren Inhalt preiszugeben. Bleibt der Verdacht eines Hardwarefehlers oder wurde die Funktion einfach vergessen?

Nun war es an der Zeit das Handbuch zu testen. Die Beschreibung der Eigenschaften und Funktionen liegen in gutem Deutsch und verständlichen Grafiken vor. Eine Liste möglicher Fehlerbeschreibungen fehlt ebenso wie eine Anleitung was im Falle einer Reklamation, eines technischen Problems oder Konfigurationsproblemen zu tun ist. Allein in der englischsprachigen Sektion des Handbuchs finden sich die Rufnummern des Supports in USA und Kanada. Für Europa soll sich der Kunde an den lokalen Distributor wenden, wer immer dies auch sein soll, denn das steht da nicht. Für eine lebenslange Garantie etwas zu wenig. (kew)

 

((Kasten))

@-DZ: kurzinterview

@-Z‹: Kurzinterview mit Mario Gunsch, Channel Manager für Zentral- und Osteuropa bei Key Tronic:

@-BT:

Die Funktion des Touchpads entspricht bei unserem Modell nicht der Beschreibung. Sind zusätzliche Treiber nötig oder worin liegt der Trick?

Leider hat mich zu diesem Problem noch keine Antwort erreicht.

Das ansonsten gute Handbuch lässt Support und die Garantiebedingungen in deutscher Sprache vermissen. Für ein so anspruchsvolles Produkt ein Nachteil. Läßt sich da noch etwas machen?

Es wird diesbezüglich schnellstmöglich einen Beileger in deutscher Sprache geben. Die im Aufbau befindliche Key Tronic Deutschland in Pegnitz bekommt derzeit ihre Telefon- und Faxnummern.

In der Praxis ist die Anzeige der Empfangseinheit nicht immer im Sichtfeld des Bedieners. Warum hat Key Tronic auf die LED-Anzeige in der Tastatur verzichtet?

Die Technik ging davon aus, daß die Empfangseinheit immer im Sichtfeld des Bedieners ist. Es wird überlegt, ob die nachfolgende Serie wieder LEDs bekommt.

Die Aufschrift "Beste Tastaturen der Welt, Garantiert." ist für den deutschen Kunden noch etwas befremdlich. Wäre ein weniger aufdringlicher Hinweis auf die Qualität des Produktes nicht sinnvoller?

Bisher war es ein logistisches Problem, deshalb die amerikanische Verpackung. Auch das ist eine Aufgabe für die neue deutsche Niederlassung. Vertrieb und Distributoren werden neu strukturiert, Verpackung, PR und Versand werden von Deutschland ausgehen.

 

((Bewertungskasten))

@-DZ: KURZGEFASST

@-BT: Die Key Tronic Lifetime Infrarot-Touchpad-Tastatur ist eine gute, hochwertig verarbeitete Tastatur und für Präsentationen und dem Arbeiten von Bett oder Sessel geeignet. Komplett ausgestattet mit pfiffigen Details gibt es nur noch am Support zu meckern und auch das nur weil das Touchpad nicht hielt was es versprach. Schade, sie hätte eine volle eins verdient.

ANBIETER: Key Tronic Corp. Spokane, USA

http://www.keytronic.com

PREIS:

VK: 319 Mark

EK: 265 Mark

alle Angaben zzgl. MwSt.

VERTRIEB/DISTRIBUTOREN:

Everyware, Polheim (Exclusiv-Distributor für Lifetime-Produkte)

WERTUNG:

Gerät: 1-2

Lieferumfang: 1

Ease-of-Use: 1

Händlersupport: 3

CP-TIP: 2

@-BU: Abgenabelt: Key Tronicīs Lifetime Infrared Touchpad-Tastatur.